30. Juni 2014

Udo Lindenberg & die Flexibelbetriebe – Stadiontour 2014

Als wäre er nie woanders aufgetreten als in den großen Stadien – Udo Lindenberg in Höchstform im Zentralstadion Leipzig Als wäre er nie woanders aufgetreten als in den großen Stadien – Udo Lindenberg in Höchstform im Zentralstadion Leipzig

Bei der letzten Tour ein Zeppelin, dieses Mal ein Ufo und ein Kreuzfahrtschiff – Udo Lindenberg scheint ein Faible für ausgefallene Vehikel zu haben. 2014 ist er mit einer gigantischen Show in die großen Stadien der Republik eingeschwebt – für nicht mehr als vier Konzerte. Doch drei weitere Termine für 2015 stehen schon fest.

Die „Flexibelbetriebe“, so nennt Udo seine Crew, die meisten von ihnen sind schon länger im Team und dementsprechend entspannt und vertraut ist allenthalben der Umgang miteinander.

Lichtdesigner Günter Jäckle, einer der "Geheimräte", die zum engsten Kreis Lindenbergs zählen, hat für diese Produktion zusammen mit seiner langjährigen Kollegin Friederike Krauch, die für das Bühnendesign zuständig ist, ein großes Retro-Panoptikum erschaffen: Auf knapp 600 qm LED-Fläche sind neben den obligatorischen Live-Shots der Show zahlreiche Stationen aus Udos Karriere zu sehen, die die Best-Of-Setlist der Songs optisch widerspiegeln.

Mit einigen Tricks und findigen Ideen sorgen die beiden dafür, dass die Bühne nicht einfach nur eine große Leinwand für die hintersten Plätze ist. So sorgen unter anderem aufblasbare Inflatables für einen angenehm "analogen" Kontrast zur Technik-Kathedrale, die sogar in den Seiten des Bühnenhauses mit LED-Kacheln verkleidet ist.

Und natürlich das Ufo, das Cello und der "Rockliner", der zu Beginn der Show durch die Video-Wellen bricht, während einem der Sturm aus den K1-und K2-Elementen der PA ordentlich in den Magen drückt. Der kollosale Schiffsbug wird per Hand bewegt, was durch das zwangsläufig damit verbundene schlingern und gieren umso natürlicher wirkt.

Ufo und Cello am Haken

Ufo und Cello hängen am 45 Meter langen Ausleger eines Krans, den die Kinetik-Crew nicht aus ihren lasergestützten Argusaugen lässt. Immerhin werden damit Lasten über Personen bewegt – aber hat so ein Kran eine Zertifizierung nach BGV-C1? Diese Frage wird im Video geklärt.

Visualisiert wurde vorab alles im Showlabor von Günter Jäckle bei epicto. Das Lichtequipment liefert PRG, die Beschallung satis&fy, das LED-Material epicto, die Bühne stammt von Stageco.

Im Video geht unter anderem um die kinetischen Finessen der Show, aber uns hat ganz allgemein auch der Entstehungsprozess interessiert, der hinter dieser Show steckt, die für deutsche Verhältnisse Maßstäbe setzt – und das liegt nicht nur an den Unmengen von Material oder an den spektakulären kinetischen Effekten. Und natürlich wollten wir wissen, wieso am Arbeitsplatz von Günter Jäckle immer noch eine grandMA1 steht – wohingegen Ton-Kollege Norbert Dembski mittlerweile die Segnungen der digitalen Welt für sich entdeckt hat und mit einem Soundcraft-Pult der Vi-Serie arbeitet.

Bildergalerie

Text/Fotos/Video: Markus Wilmsmann
Besten Dank an Felix G. Seibt von Art-Lab Digital Media Service für das zusätzliche Videomaterial