01. Juli 2012

ARD Radio berichtet mit Technik von Lawo von der EM 2012

Manfred Brass, technischer Leiter für ARD Radio im IBC WarschauNicht nur im Fernsehen können deutsche Fans die Spiele ihrer Nationalelf verfolgen, auch auf den ARD-Hörfunkwellen wird von der UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine berichtet. So kommentierten André Siems und Guido Ringel das Auftaktspiel der deutschen Elf gegen Portugal. Beim Klassiker „Niederlande – Deutschland“ saßen Armin Lehmann und Edgar Endres gemeinsam am Mikrofon. Und vier Tage später waren Edgar Endres und Michael Augustin beim letzten Gruppenspiel gegen Dänemark zu hören. Damit die Kommentare und der gesamte Ton in bester Qualität beim Hörer ankommen, vertrauen die technischen Mitarbeiter der ARD auf Technik von Lawo.

Die ARD-Hörfunkregie befindet sich im International Broadcast Center (IBC) in Warschau, im gemeinsamen Compound von ARD und ZDF. Ein zweiter, abgesetzter Produktionsort befindet sich in einem Container-Compound in Danzig, unmittelbar in der Nähe des DFB-Quartiers (DFBQ) der deutschen Fußballnationalmannschaft. Von dort wird die gesamte Exklusivberichterstattung für den Hörfunk der ARD abgewickelt.

Der WDR verantwortet die Planung, Vorbereitung und Durchführung der UEFA EURO 2012 und tritt gegenüber der UEFA sowie dem ZDF als Federführer innerhalb der ARD auf. Da die ARD-Federführung neben der organisatorischen und redaktionellen Zuständigkeit auch die technische Leitung für TV und Radio umfasst, wurden zur Ergänzung des ARD-eigenen Lawo-Geräteparks insgesamt zwei crystal-Mischpulte, eine mc²56-Konsole und eine Nova29 bei dem Rental-Partner Audio Broadcast Services (ABS) angemietet. Das gesamte Equipment wird auch bei den Olympischen Spielen in London zum Einsatz kommen.

Da der ARD-Hörfunk für die Abwicklung des Schaltraumgeschäftes bei internationalen Sportevents auch eigens dafür entwickelte Software einsetzt, war zur Systemintegration eine sehr enge Abstimmung mit ABS notwendig, die bis hin in die Entwicklungsabteilung reichte: „Aufgrund der positiven Erfahrungen ist auch für künftige Projekte dieser Größenordnung eine intensive Zusammenarbeit geplant“, so Manfred Brass, der technische Leiter für ARD Radio im IBC Warschau.

Die technischen Vorbereitungen waren eng verzahnt mit den Planungen für die Übertragungen von den Olympischen Spielen in London. In einem vierwöchigen Testaufbau beim NDR in Hamburg wurde für alle Komponenten ein gemeinsames Setup erstellt, konfiguriert und getestet. Da das Zeitfenster für den Abbau in Warschau und Danzig, den Materialtransport und den Aufbau in London extrem klein ist, müssen beide Events mit nahezu demselben Setup gefahren werden: „Hier spielt das Lawo-System seine vollen Stärken aus“, erläutert Brass.

Technik von Lawo

Die selbst produzierten Signale, also Wortaufnahmen und Beiträge mit selbst produzierten O-Tönen, werden in einem großen mobilen Produktionsnetzwerk bearbeitet, gespeichert und nach Deutschland transferiert. Für die Leitungsanbindung der Reporterplätze in den Stadien an den MCR im IBC werden exklusiv gebuchte ISDN- und Ethernet Anschlüsse genutzt. Somit stehen neben der konventionellen ISDN-Technik auch Audio over IP Verbindungen zur Verfügung und wurden bereits erfolgreich genutzt. Beide Technologien sind mit einem Audiocodec (AETA Scoopy+) der neuesten Generation wahlweise nutzbar. Zusätzlich werden alle relevanten Feedsignale vom Hostbroadcaster geliefert und im MCR via MADI an die Lawo-Nova29-Matrix angebunden. Die interne Signalverteilung an die diversen Studios  erfolgt ebenfalls über MADI. Einige der von der ARD entwickelten Softwaretools, wie beispielsweise das zentrale Steuerungsmodul Cassandra, arbeiten eng mit Nova29, Nova17, Nova73HD und den crystal-Mischpulten zusammen.

„Das Lawo-Equipment ist die Basis für zahlreiche Eigenentwicklungen in den beteiligten ARD-Häusern, die das Portfolio im Sinne eines perfekten, userorientierten Workflows ideal ergänzen. Die offen gelegten Schnittstellen bieten hierfür perfekte Voraussetzungen“, so Brass weiter. „Insbesondere die freie und flexible Konfigurierbarkeit der crystal-Mischpulte für schnelle Anpassungen durch entsprechend geschultes Personal stellt neben der Klarheit der Pultoberfläche und der Bedienerfreundlichkeit ein wichtiges Feature des Lawo-Systems dar.“

Die Mitarbeiter in den ARD-Produktionskomplexen schätzen an den soliden und wertigen crystal-Pulten die klar gestaltete und übersichtliche Pultoberfläche. Ein weiterer Pluspunkt läge in der zentralen Administrierbarkeit, denn „kurzfristige Änderungswünsche können hier vor Ort und auch über die bestehende Datenanbindung zwischen IBC Warschau und DFBQ Danzig an den im DFBQ eingesetzten crystal-Pulten zentral von einem Kollegen hier im IBC realisiert werden“, so Brass abschließend.

www.lawo.de