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Wireless Waste? Weitere Funkfrequenzen sollen wegfallen

Sind viele gerade erst neu gekaufte Drahtlossysteme schon bald Schrott?Auf der World Radiocommunication Conference WRC-2012 in Genf wurde eine weitere Einschränkung des Frequenzspektrums beschlossen. Obwohl eine Umwidmung nicht auf der Tagesordnung stand, entschieden die Delegierten, den Bereich von  694 bis 790 MHz (das sogenannte 700-MHz-Band) für den Mobilfunk freizugeben. Dieses Frequenzspektrum wird im Augenblick unter anderem für die drahtlose Signalübertragung im professionellen Veranstaltungsbereich genutzt.

Die etwa alle vier Jahre stattfindenden Weltfunkkonferenzen regeln die internationale Nutzung des Funkspektrums. An der WRC-12 nehmen mehr als 3.000 Regierungsvertreter aus über 150 Ländern teil. Die WRC wird von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) durchgeführt, der für die Telekommunikation zuständigen UN-Organisation zur internationalen Regulierung des Funkspektrums. Beschlüsse der WRC werden in einer Frequenztabelle niedergelegt und haben Staatsvertragscharakter.

Die WRC prüft den jeweiligen Bedarf einer Funkanwendung und nimmt gegebenenfalls eine Umwidmung eines Frequenzbandes vor. So wurde bei der letzten WRC im Jahr 2007 der oberste Teil des Rundfunkbandes IV/V für den Mobilfunk freigegeben und seitens der Bundesregierung im Mai 2010 versteigert. Diese „Digitale Dividende“ betraf das 800-MHzBand. Die in diesem Frequenzbereich betriebenen drahtlosen Produktionsanlagen (vor allem drahtlose Mikrofonanlagen) müssen 800-MHz-Bereich demnächst komplett räumen.

Überraschend wurde nun auf der WRC-12 eine weitere Beschränkung des Rundfunkspektrums und die Freigabe von weiterer Frequenzen für den Mobilfunk beschlossen. Zwar hatten die europäischen Funkverwaltungen eine solche Umwidmung nicht für die WRC 12 vorgesehen und waren zurückhaltend bei der Behandlung dieser Frage – sie ließen jedoch nach Angaben des Instituts für Rundfunktechnik ((IRT) bereits im Vorfeld keinen Zweifel daran, dass sie sich eine derartige Umwidmung sehr wohl im Rahmen der kommenden WRC im Jahr 2015 vorstellen könnten.

Das IRT in München äußert sich dazu wie folgt: „Dass viele Regierungsvertreter bei der WRC nach wie vor dem immensen von der Mobilfunkindustrie reklamierten Frequenzbedarf nachgeben, ist umso verwunderlicher, als sich bereits jetzt Entwicklungen abzeichnen, die für zukunftsträchtigere Techniken sprechen. So wird z.B. schon vielfach prognostiziert, dass in Zukunft der überwiegende Teil der mobilen Breitbandkommunikation „indoor“ stattfinden wird, und dies nicht über Mobilfunknetze, sondern über W-LAN-Netze (sogenanntes „off-loading“) geschehen kann“.

Für die Anwender professioneller Drahtlossysteme wäre die Folge, dass viele gerade erst neu gekaufte Systeme in absehbarer Zeit nicht mehr nutzbar wären.

www.irt.de



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